Drei gezeichnete Männer mit Hüten auf dem Kopf

Konfliktklärung ist Königsdisziplin

Folge 4: Sie können nur gewinnen! Wenn Sie mich als Führungskraft fragen, ob Sie bei einem Klärungsprozess dabei sein sollten, ist meine Antwort eindeutig: Ja. Ihre Präsenz steigert nicht nur die Akzeptanz des Prozesses – sie ist ein starkes Signal.

Sie können nur gewinnen! Wenn Sie mich als Führungskraft fragen, ob Sie bei einem Klärungsprozess dabei sein sollten, ist meine Antwort eindeutig: Ja. Ihre Präsenz steigert nicht nur die Akzeptanz des Prozesses – sie ist ein starkes Signal. Sie zeigt Haltung, fördert Vertrauen und trägt maßgeblich zu einer konstruktiven und nachhaltigen Lösung bei. Ich behaupte: Ihr Team wird es Ihnen danken. Und das nicht nur still. In vielen meiner Prozesse bedanken sich Mitarbeitende ausdrücklich bei ihren Vorgesetzten – mit Worten wie: „Es war wertschätzend, dass Sie sich Zeit für unsere Themen genommen haben“ oder „Danke, dass Sie drangeblieben sind – und auch das Unangenehme ausgehalten haben“. Natürlich kann es Ausnahmen geben. Ein einziges Mal baten Mitarbeitende darum, unter sich zu sprechen. Das ist legitim – aber die Regel ist eine andere: Wenn die Führung dabei bleibt, gibt das Sicherheit. Es stärkt das Vertrauen in den Prozess und schafft Raum für echte Veränderung. Konfliktklärung ist kein Nebenschauplatz – sie ist Führungsaufgabe. Und wer als Chef:in den Hut aufhat, zeigt gerade hier, wofür er oder sie steht.

Chef:in hat den Hut auf

Konfliktklärung ist Führungsaufgabe – und gehört zur Königsdisziplin moderner Führung. Wenn Sie als Führungskraft nicht selbst Teil des Konflikts sind, bedeutet Konfliktkompetenz vor allem, ein Gespräch neutral begleiten zu können: dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten ihre Sichtweise einbringen dürfen, und den Raum zu halten, in dem das Team selbst eine tragfähige Lösung entwickeln kann. Ihre Aufgabe ist es nicht, als Schlichter:in aufzutreten – und schon gar nicht als Richter:in. Es ist im Gegenteil ein Zeichen von Professionalität, wenn Sie sich externe Unterstützung holen – etwa dann, wenn Emotionen hochkochen, ein Konflikt eskaliert ist, sich unproduktive Gruppierungen gebildet haben oder die Lage zu komplex erscheint.

Haltung und Vorbildwirkung

Trotzdem plädiere ich klar dafür, dass Chef:innen dabei bleiben. Denn am Ende werden Sie als Führungskraft das Team weiterführen. Auch mitten im Klärungsprozess kann Ihre Rolle als Führungskraft entscheidend sein: Möchte jemand das Gespräch abbrechen, kann ich als Moderatorin auf den Verbleib bestehen – durchsetzen kann es nur die Führungskraft. Auch bei Kompetenzgerangel ist oft Ihre Präsenz gefragt. In solchen Situationen braucht es manchmal eine sachliche Klarstellung – nicht von außen, sondern von der Person, die Verantwortung trägt.

Welche Erfahrungen hat Christoph Thomann, der Begründer der Methode Klärungshilfe, mit der Rolle von Führungskräften im Klärungsprozess gemacht?


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Mein Fazit: Sehen Sie Ihre Rolle als Führungskraft nicht als Pflicht, sondern als echte Chance. Gestalten Sie eine offene, gesunde Konfliktkultur – durch Präsenz, Haltung und Vorbildwirkung. So stärken Sie nicht nur den Teamgeist, sondern auch das unsichtbare Band, das Menschen in guter Zusammenarbeit verbindet.

Haben Sie Fragen? Oder vielleicht sogar Lust, einen schwelenden Konflikt anzugehen? Dann melden Sie sich gern – gemeinsam finden wir den Weg zur Verständigung.

Schon heute möchte ich Sie auf weitere praxisnahe Einblicke und Impulse für den Umgang mit Konflikten hinweisen.

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Angelika Sachs

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