Vergangenheit-verstehen

Vergangenheit verstehen. Gegenwart klären. Zukunft planen.

Folge 2: „Unerhörtes verhält sich unerhört.“

Dieser Satz, dessen Ursprung ich leider nicht kenne, ist für mich ein steter Begleiter, wenn ich gefragt werde, warum man „olle Kamellen“ überhaupt noch einmal aufwärmen sollte. Die Antwort ist: Nein, man muss nicht die gesamte Vorgeschichte eines Konflikts akribisch aufrollen. Aber jene schwierigen Ereignisse, die immer wieder wie ein bitterer Nachgeschmack hochkommen und jede Lösung blockieren – die gehören auf den Tisch. Es ist auch für mich jedes Mal aufs Neue erstaunlich, wie sich der Blick auf einen Konflikt verändert, wenn jede und jeder Beteiligte die ganz persönliche Perspektive auf einen Streitpunkt offen und unverstellt darlegt. Es wirkt fast magisch: Das Verständnis füreinander wächst, und allmählich löst sich der emotionale Knoten, der bis dahin jede Klärung behindert hat.

Der Wunsch, „die Vergangenheit endlich ruhen zu lassen“, ist ein häufig geäußerter Wunsch zu Beginn einer Konfliktklärung. Doch dieser Punkt ist erst dann erreicht, wenn der entscheidende emotionale Kern des Problems verstanden wurde. Wie treffend beschreibt der Psychoanalytiker und Philosoph Jonathan Lear diesen Mechanismus: „Wir sind Geschöpfe, deren Gegenwart und Zukunft von verschiedenen Vergangenheiten überschattet, genährt oder verfolgt werden – Vergangenheiten, derer wir womöglich nicht gewahr sind und die dennoch stets ein Anliegen für uns bilden.“

Genau hier setzt die Methode der „Klärungshilfe“ an. Gefragt nach meinem Vorgehen, zitiere ich deshalb gerne Christoph Thomanns schlichte, aber präzise Formel:

Vergangenheit verstehen. Gegenwart klären. Zukunft planen.

Diese drei Phasen fassen den Prozess der Konfliktklärung perfekt zusammen. Doch wie kam Thomann auf diese einfache und doch so kraftvolle Beschreibung der strukturierten Vorgehensweise?

Ich habe Christoph Thomann selbst danach gefragt:


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Haben Sie Fragen? Oder vielleicht sogar Lust, einen schwelenden Konflikt anzugehen? Dann melden Sie sich gern – gemeinsam finden wir den Weg zur Verständigung.

Schon heute möchte ich Sie auf weitere praxisnahe Einblicke und Impulse für den Umgang mit Konflikten hinweisen.

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Angelika Sachs

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