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Die Kunst des Aufräumens

Nach einem Jahr des Improvisierens, kreativen Ausprobierens und Virtualisierens legen wir Ihnen ein altbewährtes Rezept ans Herz: das Aufräumen und Neu-Sortieren. Nach diesen aufwühlenden Monaten wirkt das wie ein ordnender Gegenpol zu all dem Erfindungsreichtum und der Entdeckerfreude, die wir an den Tag gelegt haben. Jetzt ist Zeit für ein inneres wie äußeres Großreinemachen, um nicht in der Fülle der neuen Erfahrungen die Übersicht zu verlieren. Die Kunst des Aufräumens zeigt sich dabei in der Beantwortung der Zwillingsfrage: „Was muss bleiben, was kann raus?” Ausmist-Aktionen schaffen Klarheit und bringen uns zurück in die Balance. Im Bild des dialektischen Wertequadrats des Psychologen Friedemann Schulz von Thun* gesprochen: Wo der Wert der Offenheit, Improvisation, Flexibilität und kreativen Vielfalt gefragt ist, braucht es gleichzeitig ein Gegengewicht des Einordnens, Strukturierens und der differenzierenden Entscheidung: Was von all dem Angesammelten möchte ich behalten, und was kann weg? Bei einem einseitigen Fokus auf Kreativität und Offenheit, besteht die Gefahr, dass diese in ein unübersichtliches Chaos kippt.

Wagen Sie ein Experiment, denn das Wertequadrat zeigt auch Ressourcen, ein Entwicklungsquadrat.

*Das Denk-Modell

Dialektische Betrachtung von kreativer Vielfalt

  1. Die kreative Vielfalt mit dem positiven Gegenpol des Ein-Ordnens auszubalancieren, bedeutet einer einseitigen Übertreibung gegenzusteuern.
  2. In der jeweiligen Entwicklungsrichtung liegt eine Ressource und das Potential, beide positive Qualitäten anzuerkennen, zu pflegen und zu integrieren.

Das Werte- und Entwicklungsquadrat von Friedemann Schulz von Thun

Das Werte- und Entwicklungsquadrat stellt eine dialektische Betrachtung menschlichen Verhaltens dar. Es bietet sich als mentales Modell zur Bearbeitung von zwischenmenschlichen Spannungen und Unterschieden an.

Die Grundidee

Es gehört zu uns Menschen, dass wir alle – auch in der beruflichen Zusammenarbeit – von Werten, Qualitäten und Tugenden geleitet handeln und uns verhalten. Gleichzeitig kennen wir auch die Gefahr, die in der einseitigen Konzentration auf einen Wert liegt: Dieser kann im „zuviel des Guten” in eine Übertreibung rutschen und wirkt so destruktiv. Daraus leitet der Entdecker und Schöpfer dieses mentalen Modells eine Art Werte-Gesetz ab: Wertegeleiteten Qualitäten können sich nur dann konstruktiv entfalten, wenn sie mit einem ebenso positiven Gegenwert, sozusagen einer komplementären Zwillings-Tugend in Balance gehalten werden.

Dazu zeigt das Modell, wie Gegensätze integriert und Polaritäten in einem Team balanciert werden können.

 

Das von F. Schulz von Thun entwickelte gedankliche Werkzeug basiert auf Konzepten verschiedener Autoren und die Grundidee geht auf Aristoteles zurück.

Aus: Schulz von Thun,F. (2010): Miteinander Reden 2, Reinbek

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